Kirche zum Heiligen Georg in Wien

Restaurierung    Sanierung    Umbau    Umnutzung

 

Der Kirche zum Heiligen Georg: Innenaustattung, die Wandmalereien, das Templon, die Thorakia, die Ikonen des Templon, die Königliche Pforte, der Architrav, die Kreuzigung, die Ikonen der Proskynitria, die tragbaren Ikonen im Altarraum, die Ikonen der Nordwand der Kirche, die Prothesis, die tragbaren Ikonen im Nartex, Ikonen und Gemälde im Sitzungssaal der Gemeinde, die tragbaren Ikonen in der Pfarrerwohnung, die Liturgischen Gerlte, der Epitaphios, die Kupferstriche, die Kuppel.

 

Restaurierungsgeschichte

1957 Reinigung der Vergoldung an der Ikonostase und Luster; Kuppelmalerei durch Prof. Engelhart; Instandsetzung Stuckmarmor durch die Firma Anton Ecker; Ausarbeitung der stilisierten Kelchblüten der Kuppel-Lisenen und der Akanthus-Ranken in den Zwickeln neben den Evangelisten Medaillons, Vorzeichnung durch Herrn Dr. Zykan, anschließender Auftrag von Bronzefarbe durch die Malerfirma Jüttner; Künstlerische Leitung – akad. Maler Paul Reckendorfer, Restauratoren – Frau Gerta Reckendorfer und Herr Prof. A. Krassowaky,
Folgende Materialien wurden zur Restaurierung 1957 verwendet Kaseinfarbe an den Wänden unter dem Chor, Retuschen und Übermalungen mit Ölfarbe bei den Deckenbildern. – Durchgeführte Reinigungs- und Festigungsmaßnahmen bei den Deckenbildern – Material nicht bekannt. – Vermutlich Mastixfirnis auf dem Stuckmarmor.

 

 

 

Beschreibung der Kuppel anhand der Unterlagen des BDA 1956

Ende des vorigen Jahrhunderts gab es eine bauliche Veränderung. Die Holzkonstruktion welche die Kuppel trägt wurde verstärkt bzw. verbreitert, sodass unter der Übermalung die originalen Zustände nur am Hauptgesimse und an einzelnen Teilen des Gebälkes gefunden werden konnten. Die vier abgebildeten Evangelisten an der Decke sowie die Ausstattung der Kuppel stammen vermutlich aus dieser Zeit. Diese Ausstattung wurde 1956 als störend empfunden, sie bestand aus einem lichtblauem Fond und einer radialen Einteilung in den Formen der neunziger Jahre des 19.Jhd. Eine Untersuchung am Hauptgesimse ergab, dass sich die Erstfassung im selben Erscheinungsbild mit Marmorierung und vergoldeten Ornamenten zeigte.
Die Deckenbilder sind in Ölfarbe, ziemlich pastos gemalt und mit einem Hartharz (Kopallack oder einer Art Kutscherlack) auf Hochglanz gefirnisst. Es wurde 1956 eine dunkel gebräunte Ölfirnisoberfläche festgestellt. Auch zu dieser Zeit hat es an der Oberfläche Blasen und Abplatzungen der Malschichten gegeben. Der Stuckmarmor wurde vermutlich mit Mastixfirnis überzogen.

 

 

 

Renovierung, Sanierung, Umbau Juni 2015 bis April 2017

Der seit Dezember 2011 in Wien inthronisierte Metropolit von Austria, Dr. Arsenios Kardamakis, hat die dringend notwendige Sanierung der Kirche zum Heiligen Georg am Hafnersteig eingeleitet. In Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt begann die Planung im Jahr 2015, die Ausführung erfolgte von Juni 2015 bis April 2016. Die Hauptaufgabe und das Ziel waren, den ursprünglichen Zustand der relativ gut erhaltenen Substanz des Innenraums im Sinne des ursprünglichen Entwurfs – Marmorierung / Kuppel – durch restauratorische Maßnahmen wiederzuerlangen. Die Wände: Reinigung und Restaurierung des Stucko-Marmors. Die Decke: Reinigung und Freilegung der alten Dekorationen und Sanierung der auf der Decke sich befindenen Ikonen. Die Kuppel: Restaurierung des Bestandes und Neubemalung und die Einbringung von elf Apostolischen Figuren. Die zwölfte Figur ist dem Heiligen Rupert gewidmet. Das Altar: Reinigung, Restaurierung und Vergoldung des Stuckomarmors des Altars, sowie Reinigung und Restaurierung der Stuckomalerei des Inneren seitens der Ikonostase. Die Ikonostase: Freilegung & restauratorische Wiederherstellung der Stuckomalerei, sowie die Vergoldung der skulpturalen Elemente. Die Ikonen: Die Reinigung und Holzrestaurierung der Ikonen der Ikonostase-Ikonen, sowie die Reinigung und Vergoldung der Thorakien. Die Bewegliche Ikonen: Reinigung und Restaurierung des Holzes. Glasgravuren: Reinigung, Erneuerung und Wiederherstellung der im zweiten Weltkrieg zerstörten Glasfiguren. Wandmalereien: Die Wandmalerei reinigen, restaurieren und ergänzen (Galleriewandmalerei). Alle Sanierungs-, Umbau und Renovierungsmaßnahmen wurden in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt und durchgeführt, mehrere Restauratoren hat die vorgeschriebenen restauratorischen Maßnahmen umgesetzt.

 

 

 

Architektonische Gliederung

Der Naos, das Kirchenschiff, wird über den Pronaos, einen kleinen Vorraum betreten. Die Innenarchitektur im Naos stammt aus der Erbauerzeit, die Einrichtung ist ein bedeutendes klassizistisches Ensemble. Konstantinos Parthenis schuf um 1907 fünf großformatige Gemälde, die den hl. Paulus in Athen, den hl. Sergios, die Geburt Christi, den hl. Nikolaus und die hll. Konstantin und Helena zeigen. Die Wandabwicklung der Nordseite ist mit Nischen ausgestattet in denen die eben beschriebenen Bilder hängen, einander achsial gegenüberliegend sind die Fensternischen angeordnet. Die Architekturoberflächen der Wände wurden mit Stuckmarmor und im Übergang zur Decke als Marmormalerei ausgeführt. Die Architekturgliederung an der Nordund Südseite gestalten sich im Wechselspiel der Lisenenpaare mit den kuppelüberwölbten Wandund Fensternischen. Dazwischen wird die strenge Architekturgliederung durch Konsolen mit vergoldeten Akanthusblättern aufgelockert, umlaufende Akanthusranken auf dem Stuckmarmor bilden den Abschluss zur Decke. Die hervortretenden Lisenenpaare sind in dunklem, rotbraunem Stuckmarmor ausgeführt, heben sich von den Nullflächen und Nischen in hellem, beige/rosa Stuckmarmor optisch ab. Dazwischen liegende Konsolen sind mit Marmormalerei überzogen und mit vergoldeten Akanthusranken verziert. An den Wänden der Süd-, West- und Nordwand ist eine umlaufende Wandverkleidung mit Stühlen aus Holz. Die Erweiterung des Kirchenraumes nach Westen bildet die Empore, zu der ein Stiegenaufgang über den Pronaos führt. Die Decke wird dominiert von einer Kuppel, welche sich aus einer quadratischen Form erhebt. In den Eckzwickel des Quadrats sind die vier Evangelisten abgebildet. Die Decke zeigt in ihrer Verlängerung zum Haupteingang (W) die Darstellung von Maria mit dem Kind und zur Ikonostase (O) die Darstellung Christus Pantokrator. Die umgebenden Deckenflächen sowie die Kuppel sind mit Marmormalerei und wandmalerischen Fassungen ausgebildet. Der Ieron, Altarraum ist vom Naos durch eine mit Ikonen bedeckte Trennwand, der Ikonostase geschieden. Über drei Türen in der Ikonostase gelangt man vom Naos in den Ieron, durch die mittlere Tür betritt man über zwei Stufen den mit Kalksteinplatten ausgelegten, kuppelüberwölbten Raum des Ieron, in dem der Altartisch aus rotem Marmor das Zentrum bildet. Durch die südliche und nördliche Tür betritt man zwei Nebenräume, welche mit dem Ieron eine Einheit bilden. Die Decke und Wände des Ieron sind ebenfalls mit Stuckmarmor ausgeführt. In den weiterführenden seitlichen Räumen wechseln Stuckmarmor und wandmalerische Marmormalereien in beige/rosa Tönen.